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Monatsarchive: Mai 2024

Neurodivers & Neurodivergent: Was ist das, und wo ist der Unterschied?

Geschrieben am 13. Mai 2024 Von Daniel Toschke

Ein umfassender Blick auf Neurodiversität

Die Begriffe Neurotypisch, Neurodivers und Neurodivergent sind Schlüsselkonzepte, um die Vielfalt in der neurologischen Entwicklung und Funktionsweise von Menschen zu verstehen. Doch oft sind die Informationen darüber nicht einheitlich, was zu Verwirrung führen kann.

Was bedeutet Neurodivers?

Neurodivers umfasst das gesamte Spektrum neurologischer Variationen, einschließlich der neurotypischen und neurodivergenten Entwicklungswege. Der Begriff reflektiert die Vielfalt und Variabilität in der Art und Weise, wie Menschen denken, fühlen und die Welt wahrnehmen.

Neurotypisch – Das gängige neurologische Muster

Neurotypisch bezeichnet Personen, deren neurologische Entwicklung und Funktionsweise dem durchschnittlichen, häufigsten Muster folgen. Diese Gruppe bildet die Mehrheit und wird oft als Referenzpunkt für neurologische „Normalität“ verwendet. Menschen, die als neurotypisch gelten, weisen typische sprachliche, soziale und kognitive Fähigkeiten auf, die mit den allgemeinen gesellschaftlichen Erwartungen übereinstimmen.

Neurodivergent – Eine spezifische Unterscheidung

Der Ausdruck „neurodivergent“ wird speziell verwendet, um Personen zu beschreiben, deren neurologische Muster deutlich von der neurotypischen Norm abweichen. Dies umfasst Menschen mit Diagnosen wie ADHS, Autismus, Legasthenie und Dyskalkulie, deren neurologische Besonderheiten sie außerhalb des üblichen Rahmens platzieren.

Ein neues Verständnis von Autismus und ADHS

Nach einer späten Diagnose von ADHS und Autismus in meinem eigenen Leben wurde mir klar, dass diese nicht als Störungen oder Syndrome bezeichnet werden sollten. Vielmehr sind sie alternative neurologische Konfigurationen, die eine unterschiedliche Art und Weise darstellen, die Welt zu erleben und zu interpretieren.

Der Nutzen der Begriffe

Diese terminologischen Unterscheidungen bieten die Möglichkeit, kognitive und neurologische Unterschiede nicht als Defizite, sondern als Teil der menschlichen Diversität zu verstehen. Sie ermöglichen es uns, das Potenzial und die Einzigartigkeit jedes Einzelnen zu schätzen.

Überwindung von Stereotypen

Das Spektrum zwischen Neurotypisch und Neurodivergent ist weit und vielfältig. Viele Menschen zeigen Merkmale beider Kategorien in verschiedenen Aspekten ihres Lebens. Es ist entscheidend, stereotype Darstellungen, die oft in den Medien verbreitet werden, zu hinterfragen und stattdessen ein realistischeres Bild der neurologischen Vielfalt zu fördern.

Anpassung der Arbeitsweise

Aktuell arbeite ich daran, meine Arbeitsweise stetig zu verbessern und besser auf meine neurologischen Besonderheiten abzustimmen. Die Erkenntnisse aus meinen Diagnosen helfen mir, mich selbst besser zu verstehen und effektiver zu arbeiten. Dieser Prozess des Lernens und Anpassens ist ein kontinuierlicher Weg, der nicht nur Herausforderungen, sondern auch viele Chancen bietet.

Veröffentlicht unter Grünzeug, Inklusion, Vielfalt |

„Ein Zeichen der Dankbarkeit: Ein autistisches Stadtratsmitglied setzt sich für eine neurodiverse Gemeinschaft ein“

Geschrieben am 8. Mai 2024 Von Daniel Toschke

Als ich in den Stadtrat einzog, wusste ich noch nichts von meinem Autismus. Doch meine Eigenarten, die mich ausmachen, waren schon immer Teil meiner Persönlichkeit. Heute möchte ich mich besonders bei denen bedanken, die mich auf meinem Weg unterstützt und so akzeptiert haben, wie ich bin.

Ein besonderer Dank geht an die SPD, die mich als Grünen wertefrei auf die Fahrt zum Patenboot der Stadt Datteln nach Kiel mitgenommen hat. Es war eine herzerwärmende Geste, die mir das Gefühl gegeben hat, in der politischen Arbeit trotz parteilicher Unterschiede willkommen zu sein. Aber auch die Mitglieder der CDU, BSW und Die Partei verdienen meinen Dank. Sie haben ein Auge auf mich geworfen und mich auf dieser Reise begleitet. Es hat mir Sicherheit gegeben, mit anderen mir bekannten und von mir geschätzten Stadtratsmitgliedern dort zu sein.

Als Autist geben mir Routinen und vertraute Personen die notwendige Sicherheit, um mich frei bewegen zu können und unerwartete Situationen zu vermeiden. Daher war es für mich besonders wichtig, die Unterstützung und Fürsorge meiner Kollegen zu haben. Ich bin zwar ein kleines Licht im Stadtrat, doch es sind diese Verbindungen, die es ermöglichen, im Team Großes zu erreichen.

Besonders hervorheben möchte ich Rosemarie Schlosser von der Stadt Datteln, die uns begleitet und sich liebevoll um uns gekümmert hat. Ihre Hingabe und Fürsorge haben mich tief beeindruckt, und ich schätze sie sehr.

Ebenfalls beeindruckt hat mich die Besatzung des Patenbootes, die stets ein offenes Ohr hatte und mir mit ihrer Fürsorge ein Gefühl von Akzeptanz und Wertschätzung vermittelte. Die Crew hat mir nicht nur ein Beispiel für Teamgeist und Gemeinschaft gegeben, sondern auch gezeigt, wie wichtig es ist, jeden Einzelnen in seiner Einzigartigkeit zu respektieren.

Die dunkle Vergangenheit der „Euthanasie“-Programme

Die grausamen „Euthanasie“-Programme der Nazis zielten darauf ab, Menschen zu eliminieren, die sie als „lebensunwert“ betrachteten. Autisten und andere neurodivergente Menschen wurden systematisch ermordet. Diese Vergangenheit erfüllt mich mit tiefster Sorge, wenn politische Kräfte wie die AfD heute Ängste schüren und Rhetorik verwenden, die Erinnerungen an jene schrecklichen Zeiten wecken.

Ich bin froh, dass die AfD nicht im Stadtrat vertreten ist und auch nicht bei dieser Fahrt dabei war. Ihre gefährliche Rhetorik erinnert zu stark an die Zeiten der NSDAP und hätte mir möglicherweise die Teilnahme an dieser Fahrt unmöglich gemacht. Die AfD versucht, Spaltung und Ausgrenzung in der Gesellschaft zu fördern, was tief in rechtsextremen Ideologien verwurzelt ist.

Für Neurodivergente in einer neurodiversen Gemeinschaft

Als autistisches Mitglied des Stadtrats setze ich mich leidenschaftlich für Inklusion und Verständnis ein, insbesondere für neurodivergente Menschen in unserer neurodiversen Gemeinschaft. Mein Autismus erlaubt mir, tiefgründige Verbindungen zu den Menschen um mich herum aufzubauen. Diese Verbindungen sind geprägt von einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse anderer. Eine inklusive Gesellschaft zu schaffen, in der jeder Mensch respektiert wird, ist meine Vision.

Gemeinschaft stärken

In einer Zeit, in der unsere Gesellschaft oft von Spaltung und Wettbewerb geprägt ist, möchte ich ein Beispiel dafür sein, dass es auch anders geht. Mein Engagement im Stadtrat als neurodivergente Person spiegelt wider, wie wichtig es ist, Raum für unterschiedliche Perspektiven zu schaffen. Gemeinsam können wir eine inklusive Welt aufbauen, in der niemand zurückgelassen wird.

Dieser Blogbeitrag ist eine Einladung, sich parteiübergreifend für seine Mitmenschen einzusetzen und die kleinen, oft unsichtbaren Beiträge zu würdigen, die jeden Tag um uns herum geleistet werden. Lassen Sie uns eine laute Botschaft der Liebe und Unterstützung senden und uns gemeinsam für eine Gesellschaft einsetzen, in der jeder Mensch geschätzt wird, nicht trotz seiner Eigenheiten, sondern gerade wegen ihnen.

Schlussworte: Vielen Dank an die SPD, CDU, BSW, Die Partei und Rosemarie Schlosser für eure Unterstützung und Akzeptanz. Euer Einsatz und eure Fürsorge haben mir Sicherheit und Zuversicht gegeben, dass wir gemeinsam wirklich etwas bewegen können.

Veröffentlicht unter Grünzeug, Inklusion, Vielfalt |

Ein anderer Blick auf den Tag der Arbeit: Neurodivergenz, Gemeinschaft und der Wert von Inklusion

Geschrieben am 1. Mai 2024 Von Daniel Toschke

Am 1. Mai feiern wir den Tag der Arbeit, einen Tag, der traditionell den Wert der Arbeit und die Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Vordergrund rückt. Doch dieser Tag bietet auch eine Gelegenheit, über andere wichtige Aspekte der Arbeitswelt nachzudenken – wie Inklusion und die Vielfalt der Arbeitnehmer. Als jemand, der mit Autismus und ADHS lebt, sehe ich den Tag der Arbeit aus einer etwas anderen Perspektive.

Meine Erfahrungen: Leben mit Autismus und ADHS bedeutet für mich und viele andere, dass wir oft vor besonderen Herausforderungen im Arbeitsleben stehen. Unsere neurologischen Besonderheiten können sowohl Hindernisse als auch Quellen einzigartiger Fähigkeiten sein. In vielen Fällen werden unsere Talente übersehen, weil die Arbeitsplätze nicht auf Vielfalt in der neurologischen Entwicklung ausgelegt sind.

Die Bedeutung von Inklusion: Eine inklusive Arbeitswelt, die neurodiverse Menschen unterstützt und fördert, ist nicht nur ein Zeichen von Gerechtigkeit, sondern auch ein kluger wirtschaftlicher Schritt. Studien zeigen, dass neurodiverse Teams oft kreativer und effizienter in Problemstellungen sind. Der Tag der Arbeit sollte also auch ein Anlass sein, über Wege nachzudenken, wie wir die Arbeitswelt inklusiver gestalten können.

Unser Treffen in Datteln: In Datteln möchte ich eine Plattform schaffen, auf der Betroffene und Eltern von betroffenen Kindern sich austauschen und unterstützen können. Ein regelmäßiger Treffpunkt könnte dazu dienen, Erfahrungen zu teilen, Ressourcen zu bündeln und gemeinsam Strategien für eine inklusivere Gesellschaft zu entwickeln.

Schlussfolgerung: Der Tag der Arbeit ist mehr als nur ein Feiertag – er ist eine Erinnerung daran, dass jede Arbeit und jeder Arbeiter zählt. In einer Welt, die zunehmend die Bedeutung von Diversität erkennt, sollten wir diesen Tag nutzen, um über die Inklusion von Menschen mit neurologischen Besonderheiten nachzudenken. Lasst uns zusammenarbeiten, um Datteln zu einem Vorbild für Inklusion und neurodiverse Akzeptanz zu machen.

Veröffentlicht unter Bürgergespräch, Grünzeug, Inklusion, Vielfalt |

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